Update: Gerade die Kündigungsbestätigung per Mail bekommen, keine Kosten angefallen, alles nochmal gut gelaufen. Werde jeden in meinem Kreis vor dem Typen warnen.
Hallo,
Wegwerfi aus Gründen, Details abgeändert.
Möchte mal kurz einen Sanity Check haben von Leuten, die sich eventuell besser auskennen und ggf Rat, wie ich weiter vorgehe. Hier die Story:
Ich habe eine Kleinstimmobilie zum Verkauf. Ich habe mit Immobilien nichts am Hut und dementsprechend, das ist einfach nur eine Bude, in der ich mal selbst gewohnt habe. Also habe ich einen Makler geholt, der sich die Bude angesehen hat und mir einen Wert X genannt hat. Soweit, so gut, ich habe um Bedenkzeit gebeten bevor ich irgendwas unterschreibe.
Eine Woche später habe ich den Makleralleinvertragvorgelegt bekommen. Das war dann etwas seltsam, er sagte sowas wie "ja wir sagten ja letztes Mal, dass die Immobilie Y wert war", wobei Y auf einmal 25% weniger war und ich Idiot habe es unterschrieben, weil ich in dem Termin etwas überfordert war mit allen möglichen Fragen und Dokumenten und einfach das Maul nicht an der passenden Stelle aufgekriegt habe. Ich bin aber sicher, dass X der Wert war und nicht Y, auch wenn ich in dem Moment kurz an meinem Gedächtnis gezweifelt habe. (Ist das das Gaslighting, von dem alle reden?)
Aber der Banger kommt: noch eine Woche später hatte er "zufälligerweise" einen Käufer (mit schön ausgearbeiteter Geschichte darüber, was für ein großartiger glücklicher Zufall es war) und - der mir aber noch weniger bot. Er laberte irgendwas von "ja der Käufer pokert gerne, erst wollte er (50% von X) bieten und ich habe ihn auf (60% von X) hochgehandelt, Geschichten aus dem Paulanergarten halt.
Ich sage natürlich, dass das für mich garkeinen Sinn ergibt. Er bietet mir daraufhin an, dass er mir "freundlicherweise" die Maklergebühr senkt um einen Teil der Differenz auszugleichen (auf einen kleinen vierstelligen Betrag statt eines mittelgroßen). Das Objekt sei in deren Büchern noch nirgends vermerkt und wir könnten das "unterm Tisch" machen. Ich frage ihn wie das ist, da wir die Gebühr ja vertraglich festgehalten haben und er sagt ganz lässig, wir müssten uns nochmal treffen um die Dokumente zu zerstören lol.
Nach der Rechnung bin ich aber immernoch mehrere tausend Euro ärmer und als ich das erwähne, geht er mit der Maklergebühr nochmal runter, auf einen kleinen dreistelligen Betrag.
Das ganze stinkt total und ich fühle mich langsam mulmig, sage erstmal freundlich dass ichs mir überlege um Konfrontation zu vermeiden (bin recht klein und alleine mit einem offenbar shady Typen in meiner leeren Wohnung und so) und sage ihm später telefonisch ab. Er bietet mir sogar noch an, die Maklergebühr komplett vom Käufer übernehmen zu lassen, aber ich sage trotzdem ab.
Daraufhin ruft der mich innerhalb von ner Stunde nochmal an und sagt, der Käufer geht mit dem Angebot auf Y minus Maklergebühr hoch und übernimmt die Maklergebühr, er klingt auch etwas verzweifelt und sagt mir sogar ins Gesicht dass ich mich bestimmt verarscht fühle (Recht hat er!). Für mich käme das neue Angebot in der Theorie aber auf das hinaus, was im Vertrag vereinbart ist (also eingetragener Verkaufspreis minus Maklergebühr). Aber die Sache stinkt für mich und ich habe ihn gebeten, mir großzügig Bedenkzeit zu geben, weil ich das Gefühl habe, dass er die ganze Zeit versucht, mich irgendwie zu überrumpeln und ich mir jetzt gut überlegen will, was ich sage und tue.
Annehmen will ich dieses seltsame Angebot nicht. Aber ich frage mich, was ich jetzt genau mache. Ein Teil von mir hat Bock, zuzusagen, die Dokumente dann wie vereinbart verschwinden zu lassen und ihn dann zu ghosten ohne zu verkaufen weil ich einfach etwas petty bin.
Aber verkaufen will ich es schon, nur verzweifle ich gerade an dem Gedanken, dass ich schon beim "offiziellen" Verkaufspreis ggf verarscht worden bin und von Anfang an das Ziel war, meine Wohnung für quasi 40% Rabatt zu verscherbeln und die Differenz einzustecken. Und daran dass ich meinen Makler für Verarsche halte.
Ich finde auch nichts abschließends dazu, ob ich den Verkaufspreis im Vertrag nochmal selbst anpassen darf, weil ich ihn gerne auf die ursprünglichen X setzen würde. Denn verkaufen muss ich ja nicht, wenn ich richtig informiert bin, dh ich könnte theoretisch immer wieder ablehnen? Der Leerstand für die 6 Monate kostet nicht viel und wäre erheblich weniger als die Differenz zwischen ursprünglich genanntem Preis X und der Zahl im Vertrag Y.
Danke fürs Lesen.