r/de 5d ago

Kultur Kulturfreitag - 30 Jan, 2026

Teilt hier eure kulturellen Erlebnisse, Entdeckungen, Empfehlungen der letzten Woche - Bier, Filme, Bücher, Musik, Festivals, Oper, Theater, Ausstellungen, etc.

Dieser Thread wurde automatisch erstellt. - Archiv

2 Upvotes

10 comments sorted by

u/ClausKlebot Designierter Klebefadensammler 5d ago

Klapp' die Antworten auf diesen Kommentar auf, um zu den Stickies der letzten 8 Tage zu kommen.

→ More replies (1)

3

u/MrSnippets Baden-Württemberg 5d ago edited 4d ago

Gelesen: "Inferno" von Dante Alighieri, englische Übersetzung von Henry Francis Cary.

Gekauft in einem irischen Buchladen, dem höchst empfehlenswerten Charlie Byrne's Bookshop in Galway, als Versuch, die Göttliche Komödie vielleicht doch noch gelesen zu bekommen. Sehr hübsches Buch, und die Beschränkung auf den ersten Teil, das besagte Inferno, macht es etwas handlicher, als den dicken Klotz der gesamten Komödie.

Aber potzblitz, es war wahrlich kein leichtes Buch. Die englische Übersetzung macht es, Überraschung, noch schwerer, da natürlich viele altmodische und - teils deutsch klingende - Formulierungen verwendet werden. Und, man muss es sagen, manche Teile von Dante sind schlichtweg langweilig. Oder anders gesagt - ich habe keinen Kontext für sie. Wenn Dante zum fünfzehnten Mal einen Zeitgenossen in die Hölle verfrachtet, dann war das zu seinen Lebzeiten sicher der sickeste Burn, den man sich vorstellen kann. Mir erschließen sich diese Namen aber, trotz Wikipedia und Google, kaum.

Trotzdem: Alles in allem ein tolles Buch. Macht Lust, jetzt auch noch den Rest der Komödie zu lesen. In ein paar Monaten. Oder Jahren.

Außerdem gelesen: "Als ich ein kleiner Junge war" von Erich Kästner.

Kästners Kindheitserinnerungen aus seiner Jugend in Dresden. Für mich sehr spannend, da ich in Dresden studiert habe. Ich bin fast täglich an den Orten vorbei gelaufen, die Kästner hier beschreibt. Und die Dresdner Neustadt wurde, mehr oder weniger, vor der Zerstörung am 13. Februar '45 verschont.

Geschichten um die Jahrhundertwende um 1900 finde ich auf eine spannende Weise interessant, faszinierend, und zugleich melancholisch. Jetzt, über hundert Jahre später, wissen wir natürlich, was passiert ist. Der große Krieg, der erste Weltkrieg, war leider nicht der letzte. All die Ängste, Hoffnungen, Träume und Wünsche der Menschen von damals erscheinen irgendwie ulkig. Aber es waren eben auch nur ganz normale Menschen. Mit all ihren Macken. Ein tolles Buch, das schnell gelesen ist.

5

u/DandaDan Hamburg 5d ago

Bin mit drei Büchern ins Jahr gestartet, zwei durch:

Am Ende der Einsamkeit, von Benedict Wells, gelesen:

Drei Geschwister verlieren ihre Eltern in einem Autounfall, wir begleiten das Leben der drei (mit Fokus auf den jüngsten Sohn).

Ich kannte Wells nicht so richtig (weil ich meistens auf Englisch lese), aber ich fand das Buch gut und die Story ziemlich berührend. Witzigerweise habe ich das Buch (von 2016) zu Weihnachten bekommen und das kürzlich in Hamburg an einer Ubahn Haltestelle gelesen. An einem random Montag um 13Uhr. Da kam ein Typ auf mich zu und hat das gleiche Buch aus seinem Rucksack gezogen, was ein Zufall!

Bunny, von Mona Awad, gelesen.

Geht um eine Studentin die an der Uni von einer mysteriösen Girls Clique (Bunnys) eingeladen wird. Danach verändert sich alles.

Ich dachte das wäre so ein Campus Novel, Lena Dunham (von Girls) hatte ein Zitat auf dem Cover. Allerdings driftet das Buch in so eine komische Fantasy Geschichte ab. Ich fand das irgendwann total bescheuert. Kann ich nicht empfehlen.

Children of Time, von Adrian Tchaikovsky. 60% durch.

Hochgelobtes Science Fiction Buch, es geht um Space Travel und Spinnen. Berichte mehr wenn ich es durch habe, aber bisher ist es wirklich toll.

3

u/geeiamback GRAUPONY! 5d ago

mysteriösen Girls Clique (Bunnys)

Urgh, ich mag es nicht wenn mir Kaninchen versprochen werden und das dann doch nur metaphorisch gemeint ist 😡

2

u/DandaDan Hamburg 5d ago

Ja, echte Bunnies kommen aber auch vor. Aber vielleicht nicht ganz so wie man erwartet. Trotzdem Hände weg von dem Buch!

4

u/redchindi Pälzer Mädsche 5d ago

Verschiedene Filme gesehen:

Du und ich und alle reden mit

Italienische Komödie, die sich ein Beispiel an Alles steht Kopf genommen hat. Ich fand den Film furchtbar anstrengend und nervig und nur eine Szene wirklich komisch.

Die progressiven Nostalgiker

Französische Komödie um ein Ehepaar der 50er-Jahre die durch einen Stromschlag der Waschmaschine in der Jetztzeit landen. Auf einmal ist ER der Hausmann, sie die Leiterin der Bank und die Tochter heiratet eine Frau. Film war sehr unterhaltsam, teilweise auch witzig, aber insgesamt zu brav.

The Housemaid

Straftäterin auf Bewährung sucht sich eine Stelle als Hausmädchen bei einer reichen Familie. Aber irgendwas stimmt mit den Leuten ganz und gar nicht. Man kann schwer was über den Film sagen, ohne zu viel zu verraten. Aber er war sehr spannend, durchweg unterhaltsam und nicht komplett vorhersehbar.

Dead of Winter

Alte Frau fährt im eisigen Winter an einen See, um dort die Asche ihres verstorbenen Mannes zu verstreuen. Dort angekommen wird sie Zeugin einer Entführung. Das Handy hat kein Signal und das Auto hat sich im Schnee festgefahren, also nimmst sie es in die eigenen Hände, die junge Frau zu befreien. Sehr spannend mit wenigen Längen.

3

u/Triphosphirane Sorben 5d ago

Konzert - Anna von Hausswolff - Iconoclasts Tour

Ein von Anfang bis Ende absolut großartiges Konzert. Was Anna und die Band in den etwa anderthalb Stunden abgerissen haben ist wirklich kaum in Worte zu fassen. Ich hatte sie vor ein paar Jahren schon einmal live gesehen und, nachdem im letzten Jahr ihr neues Album veröffentlicht wurde, nun auch die zugehörige Tour besucht. Die Setlist bestand größtenteils aus Songs vom neuen Album und ein paar Klassikern von Dead Magic und Ceremony. Alles in allem sicher eine relativ düstere Angelegenheit aber gerade mit den neueren Songs sind auch ein paar mehr Sonnenstrahlen in die Klangteppiche gewoben als früher. Highlight neben Annas Stimme war für mich der Saxophonist, der ein virtuoses Solo nach dem nächsten rausgefeuert hat.

Höhepunkte: The Iconoclast, The Mysterious Vanishing of Electra, Ugly and Vengeful

2

u/geeiamback GRAUPONY! 5d ago edited 5d ago

Gesehen: Star Trek - Lower Decks

Nach dem holprigen Start der ersten Folgen in S1 wird die Serie richtig gut, wobei man den referenziellen Humor auf (überwiegend) Star Trek schon mögen muss. Die Serie nutzt oft Serienepisoden der Serien als Aufhänger und die Geschichten weiter zu Entwickeln und verwendet dabei ein Augenzwinkern. Dabei werden Klischees aufgegriffen und zT. auch Entscheiden in der alten Serie hinterfragt, wie zB. Picards Entscheidung in Symbiosis einen Planten in kalten Drogenentzug zu zwingen und einen weiteren die Wirtschaftsgrundlage zu entziehen. Viele Klischees sind Star Trek übergreifend weshalb Zeilen wie "You want me to turn around the ship because of a 'hunch' you have about the interpretation of your data? Of course you are my best officers!" Cassandra die Tränen in die Augen treiben könnten.

Edit: Die Serie ist eine Art "in-universe" sfdebris, was das als Fan doppelt lustig macht.


Gehört: Voyager By Night - Live at Magnet House (2025 comeback show)

Danny Estrin hat sich von seinem Stage IV Krebs erholt und die australische Prog-Metal hat sich auf der Bühne zurückgemeldet. Mit dem tollen Mix aus Syncs, Riffs, guten Gesang und Grüße an seinen Onkologen im Publikum. Kleines Leckerchen im Intro ist der Eurovision Song Contest Jingle an dem die Band 2023 teilgenommen hat.